Title pictureDer Manager seiner Selbst

Acht Stichworte - ein Versuch, den erfolgreichen Managers seiner selbst zu beschreiben.

Peter Drucker formuliert es so:
"Nur wenige Führungskräfte sehen ein, dass sie letztlich nur eine Person führen müssen. Diese Person sind sie selbst."

Es gibt unterschiedliche Modelle, die sich mit der persönlichen Entwicklung in Studium, Beruf und Alltag befassen. Allen ist gemeinsam, dass sie neben der Fach- und der Methodenkompetenz die sozialen und persönlichen Fähigkeiten betonen.
Hier soll der Versuch einer Zusammenfassung gemacht sein:

Visionen

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Er hat persönliche Visionen und setzt sie durch konkrete Zielstellungen erfolgreich um.

Gelegentlich stellen sich Lebensphasen ein, in denen Menschen Empfindungen von Sinnverlust beschreiben, sie haben den Eindruck, sich im Kreise zu drehen, denken überwiegend in Problemen und haben keine Idee, wo es weiter hingehen soll. „Wer nicht über die Zukunft nachdenkt, wird keine haben“ (Galsworthy).
Das kann auch bedeuten: Wer keine oder keine klaren Ziele hat, wird irgendwo ankommen. Er muss sich allerdings fragen lassen, ob es das Gewünschte ist, was er in seinem Leben erreichen wollte.
Wie schön ist es dagegen eine persönliche Vision zu haben, zu wissen, warum es lohnt, jeden Tag aufzustehen, seine gesamte Energie einzusetzen, wofür es lohnt, aktiv zu werden und schöpferische und persönliche Bestleistung zu erbringen.
Visionen sind Vorstellungen, die Menschen begeistern, die ihnen einen Sinn für ihr Leben, Arbeiten und für ihr berufliches Handeln geben. Sie entstehen aus unserer Schöpferkraft und zeigen eine Chance auf für persönliche Erfüllung, für Lust, Freude und Spaß am täglichen Tun. Visionen müssen jedoch in konkrete Ziele umgewandelt werden, sonst bleiben sie Träume. Wichtig ist bei der Formulierung von Zielen zu prüfen, ob sie in das soziale Umfeld und das persönliche Wertesystem passen. Sind die Ziele, die ich mir stecke wirklich gut für mich, werden sie mich darin unterstützen, mich weiterzuentwickeln?

Motivation

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Er ist motiviert und kennt Möglichkeiten sich selbst zu motivieren.

Es kann sein, dass jemand sehr viel über sein Problem weiß, ein Ziel hat und Ideen zur Lösung entwickelt hat und dennoch nicht handelt.
Ihm fehlt Motivation, es mangelt an Antrieb „Es“ zu tun, wichtige Sachen oder Themen werden aufgeschoben, er traut sich an eine Sache nicht heran oder hat gar negative Gedanken bei einer bestimmten Aufgabenstellung.
Motivation ist ein innerer Prozess, der entweder von etwas Unangenehmen weg oder auf etwas Angenehmes zu führt. Welche Knöpfe und Hebel sind das, die den inneren „Motor“ anspringen lassen=
Maslow schlägt vor, die Grundbedürfnisse des Menschen zu berücksichtigen - und genau in dieser Reihenfolge -: die körperlichen Existenzbedürfnisse, soziale Sicherheit, soziale Beziehungen, gesellschaftliche Wertschätzung und die Verwirklichung des Selbst (jemand der Hunger hat, wird schwerlich eine kreative Aufgabenstellung bewältigen können). Frankl erinnert daran, dass in allem Tun Menschen innerlich nach dem Sinn fragen; eine noch so dringliche Angelegenheit bleibt mitunter unerledigt, weil die sinnsuchende Seele ihr keine Heimat gewährt.

Kreativität

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Er hat Zugang zu seiner Kreativität und weiß, mit diesen Kraftquellen umzugehen.

Wenn Ideen fehlen, keine Lösungen gesehen werden können, nicht erfüllt Wünsche das Denken beherrschen, wenn jemand feststellt, dass er immer wieder im gleichen Rahmen denkt, sich gedanklich im Kreis bewegt, dann ist Kreativität gefragt.
Kreativität ist der Zugang zur Melodie des Universums. Im kreativen Prozess gelten andere Regeln als im Alltag. Diese Regeln wollen erlernt sein. Hier werden andere Fragen gestellt und andere Bewertungsmaßstäbe angelegt.
Wie können innerer Kraftquellen in Fluss gebracht werden, so dass Wellen der Kreativität entstehen?

Balance

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Er kann eine persönliche Balance zwischen Ruhe und Aktivität herstellen und mit Stresssituationen so umgehen, dass seine Gesundheit nicht gefährdet wird. Er beherrscht die Kunst ganzheitlicher Lebensführung.

Es gibt keine Patentrezepte, um eine persönliche Balance zwischen Ruhe und Aktivität herzustellen und mit Stresssituationen fertig zu werden. Erfahrungen zeigen aber grundsätzlich, dass, um gelassen, entspannt und kraft- und energievoll den Alltag zu meistern meist mehr nötig ist, es eine Verhaltensänderung. Vielfach ist die Aufgabe, sich mit den persönlichen Formen einer ganzheitlichen Lebensführung auseinander zu setzen, ...

Vertrauen

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Er beherrscht die Fähigkeit in einer Atmosphäre des Vertrauens und des gegenseitigen Respekts zu kommunizieren, das Gegenüber tatsächlich wahrzunehmen, eine gemeinsame Basis zu finden, eindeutig zu sein und somit Konflikte nicht zu produzieren, sondern zu lösen.

Jeder Mensch hat eine ganz individuelle Bevorzugung, wie er die Welt, seine Wahrnehmungen und die beobachteten Geschehnisse interpretiert und innerlich verarbeitet. Das, was jeder einzelne als Wirklichkeit betrachtet, ist in erster Linie davon abhängig, aus welcher Perspektive er sie wahrnimmt. Jeder Mensch hat sein eigenes individuelles Repräsentationssystem, das macht ihn einzigartig.
Dies bedeutet jedoch auch: Wenn zwei Menschen die selbe Situation er-fahren, werden sich doch unterschiedlich erlebt. Alle Einflüsse auf das Leben eines Menschen tragen dazu bei, bestimmte, ganz persönliche Landkarten der Wirklichkeit zu unterwerfen.
Diese individuellen mentalen Landkarten bei sich selbst und bei einem Gegenüber nicht zu respektieren, ist die Quelle vielfältigster Kommunikationsstörungen im privaten und beruflichen Alltag uns führen nicht selten zu persönlichen oder sozialen Konflikten, Unstimmigkeiten, Mobbing, Stress mit Kollegen oder im Umgang mit Mitarbeitern und zu familiären Problemen.
Wie kann Kommunikation gelingen, ein Team gut zusammenarbeiten, das gemeinsame Ziel mit einem Kollegen verfolgt werden, obwohl es Meinungsunterschiede gibt?

Charisma

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Er hat Charisma, weil sein Denken, seine Sprache und sein Handeln in sich verbunden und in sich stimmig sind. Er lebt Kongruent.

Der Mensch besteht aus vielen Persönlichkeiten. Jede dieser Persönlichkeiten hat oder hatte für uns einen positiven Nutzen, verfolgt sein eigenes Ziel und hat seine eigenen Absichten. Jede dieser Persönlichkeiten steht auch für unterschiedliche Werte, Glaubenssätze, Interessen und Wünsche.
Wenn diese Persönlichkeiten miteinander in Konflikt sind, ist das durch Inkongruenz für andere sicht- und hörbar und äußern sich in dem persönlichen Gefühl von innerer Zerrissenheit. Eine inkongruente Persönlichkeit kann nicht klar entscheiden und handeln und wird letztlich mit sich selbst unzufrieden sein.
Wer kennt das nicht? An einem schönen Tag am Schreibtisch sitzen und sich innerlich sagen: Eigentlich müsste ich dieses schöne Wetter nutzen, um an die Luft zu gehen und mich zu bewegen. Ein Teil der Aufmerksamkeit befindet sich nicht bei der Arbeit, sondern im Wald. Wenn man dem Wunsch schließlich nachgibt und im Wald spazieren geht, dann kann es sein, dass man nicht den Wald ge-nießt, das wunderbare Wetter und die Zeit zu entspannen, sondern sich während des Spazierganges Sorgen und Gedanken macht über die Arbeit, die zu Hause auf dem Schreibtisch liegengeblieben ist. Ein Teil der Aufmerksamkeit ist nicht bei dem erholsamen Spaziergang, sondern sitzt am Schreibtisch. Zwei Persönlichkeitsanteile also, die beide positive, aber ganz unterschiedliche Absichten haben, sind nicht in Balance und agieren nicht an Absprache miteinander, sondern wollen gleichzeitig mit dem Ergebnis zu ihrem Recht kommen, dass keine Absicht zu ihrem Recht kommt.
Bei persönlichen Veränderungsprozessen und dem Anstreben von Zielen gilt es, alle Beteiligten Anteile in Verbindung miteinander zu bringen, Kommunikation zwischen den Persönlichkeitsanteilen herzustellen, sie zu versöhnen, sie miteinander in Einklang zu bringen und sie auf das angestrebte Ziel hin gemeinsam auszurichten.

Rhythmus

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Er beherrscht das Management seiner Zeit, er ist völlig koordiniert und genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort, um mit den richtigen Menschen zusammenzutreffen und das Richtige zu sagen und zu tun.

Klassisches Zeitmanagement ziel darauf ab, die Zeit zu beschleunigen. Obwohl Effektivität und Leistungsfähigkeit als Ziel benannt werden, so ist eigentlich die Geschwindigkeit und die Erhöhung derselben gemeint. Zeit und ihre Verplanung wird hier als eine realen Größe verstanden.
Zeit ist jedoch mehr, sie ist auch subjektives Empfinden: gut empfundene Zeit, quälend langsam vergehende Zeit, Zeit, die Angst macht, Zeit, die wie das Erstrahlen der Ewigkeit empfunden wird und es gibt geniale Zeit, in denen wir in zwei Stunden mehr erreichen als an einem ganzen Tag.
Unter diesem Blickwinkel wird Zeitmanagement zum Zustandsmanagement. Die bedeutet natürlich nicht, darauf zu verzichten Zeit einzuteilen und Prioritäten zu setzen.
Vorab sollte jedoch die Frage stehen: Was will ich? Welches sind die wichtigsten Aktivitäten, die zu meinen Zielen führen. Damit managen wir nicht nur die Zeit, sondern uns selbst. Wer gelernt hat, den eigenen Lebensrhythmus in den Alltag umzusetzen, einen gesunden Wechsel von Aktivität und Ruhe und damit in einer inneren Balance zu leben, wer gelernt hat, auf die eigene Lebenszeit zu achten und in aller Planung die eigene Lebensqualität und die persönlichen Visionen und Ziele zu berücksichtigen wird die wundervolle Erfahrung machen können, völlig koordiniert genau zur richtigen Zeit am richtigen ort zu sein, mit den richtigen Menschen zusammenzutreffen und das Richtige zu sagen und zu tun.

Lernen

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Er weiß um die Aufgabe des lebenslangen Lernens und beherrscht Techniken, seine Gedächtnisleistung zu erhöhen und Erinnern in einen schöpferischen und kreativen Prozess umzuwandeln, der Ergebnisse zeitigt und Spaß macht.

Mittlerweile ist es die Regel, dass ein Mensch im Verlauf seines Lebens mehrere voneinander verschiedene Berufe bzw. Tätigkeitsfelder in einem bestimmten berufli-chen Rahmen ausführt. Die Lebensläufe unserer Eltern und vor allem Großeltern gibt kaum noch: schulische Ausbildung, eine Lehre oder ein Studium und dann der Einstieg in einen Beruf, der bis zur Rente oder Pensionierung ausgeübt wird.
Die heute erforderlichen Veränderungen erfordern ein lebenslanges Lernen und nicht selten sehen sich Menschen in Lebensaltern jenes der Dreißig vor diesen Herausforderungen überfordert, entwickeln Angst von den neu vor ihnen liegenden Aufgabenstellungen. Zudem hat sich die Menge an Informationen, mit denen Menschen gesellschaftlich, beruflich und privat konfrontiert sehen, enorm vervielfacht.
Selbstmanagement heißt hier unter Umständen zu lernen, wie man lernen kann, Techniken zu erwerben, die Gedächtnisleistung zu erhöhen und Erinnern in einen schöpferischen und kreativen Prozess umzuwandeln, der Ergebnisse zeitigt und Spaß macht.

Verantwortung

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Er kann er seine Möglichkeiten voll zur Entfaltung bringen, weil er die Verantwortung für sein Leben übernommen hat, weil er seine Ängste und Blockaden nicht bekämpft, sondern integriert, weil er mit sich selbst in Berührung lebt.

Warum ist es für Erwachsene immer wieder schön, Kinder zu beobachten, sich an ihnen zu freuen? Sie bewundern deren spielerische Lebensneugier, ihre unerschrockene Lust am Ausprobieren, ihren Mut, wieder aufzustehen, wenn es noch nicht so klappte.
Wie vieles davon hat sich bei Erwachsenen in Blockaden und Ängste verwandelt: Angst vor dem Klingeln des Telefons, Angst vor dem Fliegen im Flugzeug oder im Aufzug, Angst vor einer größeren Gruppe von Menschen zu reden, Angst vor dem Einzelgespräch mit einem Mitarbeiter, Angst vor dem anderen Geschlecht usw. Je verantwortungsvoller die Position oder der Verantwortungsbereich ist, in die bzw. den jemand gestellt ist wird erwartet, sind genau solche Ängste nicht erlaubt oder verpönt. Eine Spirale beginnt sich zu drehen, Energie- und Kreativitätskiller grenzen die vorhandenen Potentiale einer Person ein, fressen sie auf und töten sie womöglich ab.

Kommentare

Verantwortung

"Verantwortung entsteht, wenn man nicht rechtzeitig Nein sagt."  Lew Bronstein