Title pictureDie Kraft der Selbstorganisation

oder: Der Geist der Kaffeepause - Wie Menschen mit der Open-Space-Methode kreativ werden, Konflikte lösen und originelle Ideen finden.
Wie soll bei Arbeitszusammenkünften ohne ein vorbereitetes Programm, bei denen jeder macht, was er will, am Ende etwas herauskommen? Das Misstrauen, auf das dieses Konzept des Miteinanderarbeitens häufig stößt, lässt der Begründer der Open-Space-Methode, Harrison Owen, nicht gelten.

In einem Interview mit Hennig Mielke, Publik-Forum, 19/2008, sagt er: „Der gesunde Menschenverstand und die Literatur für Manager legen den Schluss nahe, dass es ein tolles Chaos ergeben muss, wenn man eine Konferenz mit mehr als hundert Teilnehmern einfach sich selbst überläßt. Doch meine Erfahrung ist genau entgegengesetzt. Wir haben inzwischen rund 200 000 Open-Space-Veranstaltungen in 132 Ländern der Welt mit Gruppen zwischen fünf und mehr als 2000 Teilnehmern durchgeführt, sodass ich doch ein gewisses Zutrauen gewonnen habe. Wissenschaftler haben sich viel mit selbstorganisierenden Systemen beschäftigt, hatten aber in erster Linie Moleküle und dergleichen im Blick. Erst seit relativ kurzer Zeit hat die Wissenschaft erkannt, dass die gleiche Kraft auch in sozialen Systemen wirken."