John Rawls

Geb. 21.02.1921 in Baltimore (Maryland), studierte Rawls ab 1939 an der Princeton-Universität. Er promovierte 1950 über die Beurteilung von Charakteren promoviert. Von 1953 bis 1959 war er Assistenzprofessor an der Cornell University, von 1960-1962 lehrte er am M.I.T. (1960-62). Ab 1979 war er Professor für Philosophie an der Harvard Universität.
John Rawls starb am 24.11.2002 und gilt als einer der bedeutendsten politischen Philosophen des 20. Jahrhunderts.
In seinem Hauptwerk, der 1971 vorgelegten "Theorie der Gerechtigkeit", versuchte er Prinzipien für die gerechte ökonomische Verteilung und soziale Chancenzuteilung in einer Gesellschaft aufzustellen:

Ausgehend von Menschen "im Urzustand"
- in einer Situation, in der ihr Urteilsvermögen nicht vom sozialen Status beeinflusst ist -
würde diese folgende Grundregeln aushandeln:

  1. Jedermann soll gleiches Recht auf das umfangreichste System gleicher Grundfreiheiten haben, das für alle möglich ist.
  2. Soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten sollen so gestaltet sein, daß
    1. vernünftigerweise zu erwarten ist, dass sie zu jedermanns Vorteil dienen und daß
    2. sie mit Positionen und Ämtern verbunden sind, die allen offen stehen.

Mit dem ersten Grundprinzip stützt sich Rawl auf den klassischen Liberalismus. Alle Bürger haben Anspruch auf ein Maximum an Grundfreiheiten und Bürgerrechte, sofern diese mit den Freiheiten aller vereinbar sind.
Das zweite Grundprinzip (Differenzprinzip) legt fest, dass soziale Ungleichheiten nur dann legitim sind, wenn sie für die Schwächsten einen Vorteil bewirken.

Quellen:

  1. Philosophie, dtv-Atlas, München 1991, S. 233
  2. Philosophenportal, R. Zimmer, dtv, München 2009, S. 451 ff.